Konfettirään mit Domhätzje Nadine

Konfettirään, die neue Single von Domhätzje Nadine, versprüht rheinische Energie und Lebensfreude.

Mit ganz viel Ausstrahlung dank sympathischer Leichtigkeit und souveräner Gelassenheit präsentiert Nadine Fiegen ihre Sicht der Dinge – auf der Bühne sowie im Backstage-Interview in Klein’s Backstube.

Nadine, für Deine eingefleischten Anhänger sind es olle Kamelle, aber manch ein Schlagerfan mag sich nach wie vor fragen, warum aus dem Traumduo „Domhätzjer“ die Solistin „Domhätzje Nadine“ hervorgegangen ist … was lief da im verflixten 7. Jahr?

Nadine: Chantal hat sich ihren Lebenstraum erfüllt und plant eine Familie zu gründen, als Freundin freut mich das natürlich riesig. Man darf ja nicht vergessen: Was als gemeinsames Hobby anfing, wuchs mit dem Erfolg. Mit bis zu 140 Auftritten im Jahr bleibt nicht viel Zeit für Privates. Wir mussten also jede für sich eine Entscheidung treffen. Aufhören war für mich keine Option, also bin ich aufs Ganze gegangen: Nämlich meine Management-Assistenz beim Bertelsmann- Konzern auszusetzen und mich auf die eigene Kreativität zu fokussieren.

Wie verlief Deine „Neugeburt“, welche Überlegungen spielten eine Rolle?

Nadine: Die Frage war: Wo will ich hin? Ich wusste genau, Schlager ist mein Ding, und den will ich in meiner Muttersprache – auf Kölsch – rüberbringen. Also habe ich angefangen Lieder schreiben, bei denen sich jeder einfühlen und wiederfinden kann, zudem spürt: Krass, das nehme ich ihr ab, so ist die wirklich!

Und wie war die Resonanz auf Deine künstlerische Entwicklung?

Nadine: Nur einige Monate später, im Sommer 2018, bin ich dann raus auf die Bühne … und es hat funktioniert: Meine Auftritte und Eigenkompositionen kommen gut an, ich werde innerhalb und außer halb der Session gut gebucht und bin dementsprechend glücklich.

Wie wichtig sind Dir Vorbilder, Inspirationsquellen und Weggefährten?

Nadine: Nun, zunächst bin ich dankbar dafür, dass wir als Domhätzjer von Künstlern wie Udo Müller vom Hänneschen Theater musikalisch geprägt wurden. In der Phase des Umbruchs haben mich gute Freunde aus der Szene, wie Urgestein Hans Süper, unterstützt: Es ist unglaublich wichtig, dass es Menschen gibt, die an dich glauben. Vorbilder wie Helene Fischer haben mir indes aufgezeigt, wie wichtig Bandbreite und authentischer Stil sind: Ich will die schöne kölsche Mundart nicht nur für gemütlich-altbackende Schunkler einsetzen, sondern dazu einladen, worauf ich in meinem Alter in erster Linie Bock habe: Poppiger Schlager.

Mit Konfettirään in den Karneval:
Domhätzje Nadine

Meint konkret?

Nadine: Schlager, der ordentlich Druck macht, worauf alle mit Discofox abgehen oder an einem schönen Sonnentag das Autofenster runterkurbeln. Wenn ich mit meinen Mädels tanzen gehe und diese angesagten Rhythmen noch zu Hause im Blut vibrieren, dann weiß ich, dass ich diesen poppigen Tanzspaß mit meinem Sprach- und Lebensgefühl vereinen möchte.

Auch zur 5. Jahreszeit?

Nadine: Klar, Lebensfreude ist dann das zentrale Thema. Die Idee zu „Konfettirään“ hatte ich auf einer Hochzeit, wo alle dem Regen trotzten und tanzten: „Stellt Euch einfach vor, es würde Konfetti regnen“. Macht Euch nichts draus, wir haben trotzdem Spaß. Eine ähnliche Gelassenheit kann ich auch an einem verregneten Vormittag auf dem Heumarkt beobachten. Menschen mit dieser Einstellung sind der Knaller.

Eigene Erfahrungen sind Ausgangspunkt Deiner Liedtexte?

Nadine: Wenn ich glaube, dass ich damit meinen Zuhörern aus der Seele spreche, unbedingt. In „Ich will die Liebe spüren“ geht es um das scheinbar nachlassende Vermögen, euphorisch empfinden zu können. Viele kennen das aus der eigenen Beziehung, ohnmächtig verfolgen zu müssen, wie die anfänglichen rosa-roten Wolken im grauen Alltag verblassen. Mit Textzeilen wie „Ich will dat Jeföhl widder zeröck, dat du für mich et Jrößte bes, et jröße Liebesjlöck“ können sich viele identifizieren, weil es ein authentisches Problem wiedergibt.

Ist es für die eigene Karriere eine clevere Entscheidung, nur in Ausnahmefällen auf Hochdeutsch zu singen, zumal viele bei Kölsch ausschließlich an Karneval denken?

Nadine: Ich verbinde rheinische Mundart nicht direkt mit Fastelovend, da ich Kölsch von Januar bis Dezember spreche und diesen Charme auch ganzjährig singend rüberbringen möchte.  Ich träume nicht davon, als Hochdeutsch-Schlagerstar Sportarenen zu füllen, sondern dafür einzustehen, was mir gefällt. Kölsch liegt mir so sehr und bietet mir die Möglichkeit, eigene Haltungen, Geschichten, Erfahrungen und Gefühle wie Liebesschmerz aufrichtig wiederzugeben. Jeder sollte wissen: Der wahre Karneval ist Kölsch, aber Kölsch ist in Wahrheit vielmehr als Karneval!

Was gibt Dir der Karneval?

Nadine: Mega viel, Gefühle ohne Ende, angefangen mit dem Adrenalin-Schub auf der Bühne. Bei einem normalen Job bekommt man eine kurze Anerkennung: „Hast Du gut gemacht“. Die Resonanz aus dem Publikum während und nach einem Auftritt empfinde ich als überwältigend – der Applaus, das Jubeln und Reaktionen wie: „Du hast eine tolle Stimme“, „Du hast mich begeistert“ oder „Gänsehaut!“. Einfach unbeschreiblich!

Wird man da nicht automatisch zum Endorphin-Junkie?

Nadine: Das würde ich nicht sagen. Aber ein Unterschied zum Alltagsleben besteht natürlich, in manchen Momenten fühlt sich dieser Alltag wie eine andere Welt an. Dann bin ich dankbar, dass ich keine Melancholie verspüre.

Bei all den Auftritten stellt sich dennoch die Frage, wie es möglich ist, auf verschiedenen Ebenen routiniert zu arbeiten und gesund zu bleiben. Fitness-Trainer, Focus-Seminare, Mental-Coach?

Nadine: Die Bühne hält mich fit! Ich muss dafür nichts extra lernen, es kommt einfach aus mir raus. Klar achte ich auf meine Ernährung, aber ansonsten muss ich mich für meine Auftritte nicht verstellen: Ich lerne keine Programme, Lieder oder Ansprachen auswendig. Das, was das Publikum auf der Bühne erlebt, bin ich, genauso unverfälscht wie beim familiären Weihnachtsessen.

Welche Musik und Performance dürfen Deine Fans und die, die es noch werden wollen, von Dir erhoffen?

Sicherlich werde ich nicht wie Helene Fischer anfangen, Musik mit Trapezkunst zu verknüpfen. Aber live am Piano ist eine schöne Vorstellung. Auch bietet die musikalische Landschaft rund um Köln die Möglichkeit für spannende Auftritte, Kooperationen oder Projekte mit anderen Künstlern. Zunächst aber freue ich mich, meinen Weg solo gefunden zu haben und diesen Weg mit meinem Publikum zu teilen: Bleibt dran!

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