Atemberaubender Live-Jazz vom Feinsten

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Atemberaubender Live-Jazz vom Feinsten

02
Okt
Okt 02 @ 07:00 pm - Okt 03 @ 03:00 am

Rund 900 Musikfreunde ließen sich am Samstag bei der 23. Auflage der Hürther Jazznacht auf das immer neue Abenteuer Jazz ein und bekamen einmal mehr eine pralle Ladung Livemusik vom Feinsten geboten.

Mit einer schier unüberschaubaren Fülle an Angeboten begeisterte die Hürther Jazznacht am 1. Oktober das Publikum im Bürgerhaus: Zwölf Ensembles auf fünf Bühnen machten Jazzfans von nah und fern die Wahl schwer, denn im dicht vollgepackten Programm folgte Highlight auf Highlight. Für die 23. Ausgabe des Großevents ließen die Veranstalter des Jazzclubs, der am 9. November sein 30-jähriges Bestehen feiert, bewusst internationale Stars und junge Künstler aufeinandertreffen.

Sinnliche Blues-Röhre

Währenddessen drängten die Jazzfreunde ins Untergeschoss, um beim Auftritt von «Sydney Ellis & her Midnight Preachers» eine der beeindruckendsten Jazz- und Bluesstimmen der Jetztzeit erleben zu können. Die Sängerin, die sich freute, nach langer Zeit einmal wieder in Hürth zu sein, begeisterte das Publikum mit ihrer sinnlichen Blues-Röhre, unfehlbarer Musikalität und einnehmender Bühnenpräsenz. Im Römersaal konnte man derweil das «JugendJazzOrchester NRW» zusammen mit verschiedenen Solisten erleben. Der Trompeter Frederik Köster bewegte sich begleitet vom Orchester mühelos zwischen sensiblem Lyrismus und ausdrucksstarker Power. Die aus dem «ZDF-Jazzclub» bekannte Sängerin Silvia Droste zeigte sich neben der groovenden Bigband in ihrem Element. Erstaunliche Reife für ihr junges Alter bewies die 21-jährige Sängerin Charlotte Illinger, die sich souverän gegenüber dem kompakt strahlenden Bläsersound durchsetzte.

 

Spritziger Dialog

Einen weiteren Jungstar konnte man gleichzeitig in der Gastronomie erleben. Der 16-jährige Violinist Sunny Franz, Sohn des berühmten Musikers Romeo Franz, führte das «Romeo Franz Ensemble» an und zeigte in Titeln wie «Night and day» oder «I Can’t Give You Anything but Love» eine mitreißende Mischung aus klassischem Jazz und exzellenter Sinti-Musik. Gypsy-Jazz in spannender Kombination prägte auch das Konzert des Marcus Schinkel Trios. Das Ensemble rund um den Jazzpianisten, der sich seit früher Jugend durch Ludwig van Beethovens Musik inspirieren lässt, entfaltete im energiegeladenen Zusammenspiel mit Joscho Stephan einen spritzigen Dialog zwischen Klaviersonate, Gypsy-Jazz und lateinamerikanischen Rhythmen.

Der 1998 geborene Hammond-Organist Simon Oslender und der Posaunist Bernd Lechtenfeld heizten zusammen mit «Five together» in der Gastronomie dem Publikum ein, während das «Tobias Hoffmann Trio» im Clubraum für sphärischen Ausgleich sorgte. Ebenfalls im Clubraum konnte man sich im Anschluss von Marius Peters Gitarrenzaubereien faszinieren lassen. Im Zusammenspiel mit ihrem Gast, dem Saxophonisten und Flötisten Heiner Wiberny, bewiesen sich die Mitglieder des «Marius Peters Trios» erneut als herausragende Ensemblemusiker.

Zwischen Soul, Pop und Jazz

«Clara and the Navigators», eine weitere, junge Formation des Abends, hatte um Mitternacht an der Theke des Bürgerhauses ihren Auftritt. Mit tiefer, souliger Stimme wagte sich Clara Terhag an Nummern wie «Black Coffee», die von großen Vorbildern wie Ella Fitzgerald oder Sarah Vaughan unsterblich gemachten wurden. Gleichzeitig verführte Twana Rhodes, die seit Jahren eine enge Verbindung zum Jazzclub Hürth pflegt, im Untergeschoss ihre Fans. In intelligenten Texten setzte sie sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen und den alltäglichen Herausforderungen des Lebens auseinander, bewegte sich musikalisch zwischen Soul, Pop und Jazz und sorgte für Stimmung bis 1 Uhr nachts. Wer da noch nicht genug hatte, konnte anschließend noch zum jazz-rockigen Sound von «globalBEAT» rund um den Chapman-Stick-Virtuosen Christian Becker weiterfeiern. Gegen 2 Uhr strahlte Günter Reiners, Vorsitzender des Jazzclubs Hürth, zufrieden: „Trotz des langen Wochenendes, das viele für eine Kurzreise nutzen, haben sich zahlreiche Musikfreunde dazu entschlossen, uns die Treue zu halten und das fantastische Angebot der 23. Hürther Jazznacht zu nutzen. Wir haben wieder einmal bewiesen, dass Hürth durchaus mit den großen Jazzstädten Köln und Leverkusen konkurrieren kann“, zeigte sich Reiners überzeugt und wies auf das kommende Highlight im Programm des Jazzclubs hin: „Am 30. Oktober gibt es im Jazzkeller kontrollierten Piano-Trio-Wahnsinn mit «phishbacher, lohninger & band» zu erleben. Das sollte man auf keinen Fall verpassen!“

Details

Beginn:
2. Oktober 2016 /19:00
Ende:
3. Oktober /3:00

Veranstaltungsort

Bürgerhaus Kultur- und Tagungszentrum der Stadt Hürth
Friedrich-Ebert-Str. 40
Hürth, 50354
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